Dojokun

Dôjôkun von Sensei Sakugawa

Dôjôkun - Diese fünf Regeln sind aus den zwanzig Paragraphen (Shôtô niju kun) oder auch Leitsätzen (Kai setsu) entstanden und heute Bestandteil eines jeden traditionellen Dôjô. Diese Dôjôkun stammen von Sensei Sakugawa und haben ihren Ursprung in Regeln des japanischen Bushidô und den Kai (Regeln) des Buddhismus. Sie umfassen ganze Themenkomplexe und enthalten ganz fundamental die wirkliche Essens.
Die Dôjôkun haben keine indoktrinierende Form wie: Du sollst, Du sollst nicht, Du darfst nicht, Du mußt usw.
Sie sind ganz sachlich. Es geht bei diesen Regeln nicht um das blinde Befolgen einer Vorschrift, sondern um die eigenverantwortliche Auseinandersetzung mit den Sachverhalten in unseren eigenen Handlungen. Je nach Lebenserfahrung mag jeder selbst weitere Beziehungen darin finden und berücksichtigen.

Hitotsu, jinkaku-kansei ni tsutomeru
Eins ist, vervollkommene deinen Charakter

Eine Pflicht haben, bedeutet sich entschieden zu haben. Wenn man eine Entscheidung getroffen hat, ist alles
Zweifeln und Hadern müßig. Halbherzig seine Entscheidung umzusetzen, bedeutet sich nicht entschieden zu haben.

Hitotsu, makoto no michi o mamoru koto
Eins ist, bewahre den Weg der Aufrichtigkeit

Den Weg zu bewahren bedeutet, nach dem Einklang zwischen den einzelnen Elementen zu streben. Manche
sprechen hier auch von der Einheit von Körper und Geist.Der Weg ist nicht dualistisch. Die Meisterschaft in der
Ausübung lediglich einzelner Fertigkeiten (Techniken), bringt keinen Nutzen bei der Bewältigung von komplexen
Situationen. Der Alltag ist immer komplex.

Hitotsu, doryoku no seishin o yasinau koto
Eins ist, entfalte den Geist der Bemühung


Den Geist des Bemühens großzuziehen heißt, kein Ende zu erwarten. Das Hier und Jetzt ist in jeden Augenblick anders (Anfängergeist). In unserem durchstrukturierten und hektischem Alltag denken wir oft beim Frühstück schon ans Abendbrot.

Hitotstu, reigi o omonzuru koto
Eins ist, sei höflich

Höflichkeit zu zeigen bedeutet, für sich Bescheidenheit zu beanspruchen. Überheblichkeit bewirkt mangelnde Wachsamkeit und führt zur Niederlage. Man disqualifiziert sich oft selbst und nimmt sich nicht selten viel zu wichtig.

Hitotsu, kekki no you o imashimeru koto
Eins ist, bewahre dich vor übertriebener Leidenschaft

Sich zur Disziplin zu ermahnen bedeutet, den Weg jeden Augenblick zu gehen. Man übertreibt oft aus übertriebenem Ehrgeiz, falschem Vorbild, übersteigerdem Ego oder ganz einfach wegen der eigenen Ungeduld.